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Der Kreis Ludwigslust-Parchim
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Schule muss in den Mittelpunkt unserer Gesellschaft gerückt werden!       Dies ist mein zentrale Forderung und meine Leitlinie in der Bildungspolitik. 

Eine sehr gute Schulbildung und Berufsausbildung sind die Grundlagen für die individuelle Entwicklung des Einzelnen und für den Wirtschaftsstandort.

Lindenschule in Lübtheen - die erste Co-2- und heizkostenneutrale Schule in Deutschland

Für eine nachhaltige Entwicklung und Zukunftssicherung in unserer ländlich geprägten Region  ist es notwendig, ein ausreichendes und vielgestaltiges Schulnetz vorzuhalten. Hierbei darf es keine weißen Flecken im neuen Kreis geben. Grundsatz muss sein, für alle Zielgruppen ein gut erreichbares Netz an allgemeinbildenden Schulen in öffentlicher und gemeinnütziger Trägerschaft, Förderschulen, berufsbildenden Schulen und Weiterbildungseinrichtungen bereit zu stellen.

Hierzu sehe folgende Schwerpunkte:

-           der Erwerb anwendungsbereiten Wissens und die Entfaltung vielseitiger Fähigkeiten im Rahmen einer umfassenden Bildung als Voraussetzung für einen persönlichen Ausbildungs- und Berufsweg sollen ermöglicht werden

Ein interessantes Gespräch zu Bildungsgrundsätze konnte ich am 05.04.2011 mit der Leiterin der Evangelischen Grundschule mit Orientierungsstufe „Paulo Freire“ Parchim, Frau  Svea Finck

-           die Schulen und die öffentlichen und gemeinnützigen Schulträger sollen bei der weiteren Ausgestaltung auf die „selbständige Schule“  unterstützt, bei der Entwicklung praxisnaher Schulprogramme   und sinnvoller Kooperationen begleitet werden

-           benachteiligte Kinder, Jugendliche und Erwachsene mit besonderem Entwicklungsbedarf werden integriert und gefördert – das Ziel der Inklusion wird dann unterstützt, wenn das Land die notwendigen personellen Ressourcen zur Verfügung stellt 

-           die hochwertigen und vielseitigen Angebote der Kreismusikschule, der  Volkshochschule, des Mecklenburgischen Landestheaters Parchim als einzigem Kinder- und Jugendtheater des Landes und der freien Bildungsträger gilt es zu verstetigen

-             allen Kindern und Jugendlichen und ihren Bezugspersonen soll ein kritisches Demokratieverständnis nahe gebracht und durch praktische Beteiligungsmöglichkeiten im demokratischen Miteinander alltagsbezogen erfahrbar gemacht werden

-           qualifizierte sozialpädagogische Lerngelegenheiten sollen insbesondere durch die Schulsozialarbeit auf hohem fachlichem Niveau zu stärken.

Das entscheidende Rückgrat eines gelingenden Zusammenlebens ist das familiäre Umfeld in jedem Lebensabschnitt. Deshalb gilt es Ältere und Jüngere, Kinderlose und Kinderreiche, Allein- und Mehrfacherziehende in der Gestaltung ihrer Lebenssituation zu fördern. Hierzu gehört auch die Unterstützung der Mehrgenerationenhäuser.

Die demographische Entwicklung sowie veränderte Qualifikationserfordernisse konfrontieren die allgemeine und berufliche Bildung in ländlichen Räumen in den kommenden Jahren mit neuen Herausforderungen. Angesichts rückläufiger Schülerzahlen müssen bei strukturellen Anpassungen der Bildungsinfrastruktur die Parameter für Schul- und Klassengrößen in ländlichen Räumen überdacht und an veränderte Rahmenbedingungen angepasst werden.

Im ländlichen Raum sollte ein gut erreichbares Bildungsangebot für die Schüler und andere Bildungsteilnehmer im Vordergrund der Entwicklung stehen ‐ auch dann, wenn dadurch kleinere Klassen‐ bzw. Gruppengrößen in den Schulen entstehen. Nur so wird es möglich sein, der Innovations‐ und Zukunftsfähigkeit sowie der gesellschaftlichen, kulturellen und wirtschaftlichen Potenziale der ländlichen Regionen Entfaltungsraum zu geben.

Mit der Schulentwicklungsplanung ist bisher sichergestellt, dass in der Region ein ausgewogenes Schulnetz besteht. Die gymnasialen Bildungsgänge in Dömitz, in Sternberg, in Stralendorf und in Wittenburg konnten mit Einrichtung der Schulzentren als Kooperative Gesamtschulen erhalten werden. Dies kann  ein Modell für   andere Standorte von kreislichen Gymnasien sein, wo der Schülerrückgang zur Bestandsgefährdung führen kann.

Durch die vom Land  eingeführte freien Schulwahl können Schulstandorte nicht mehr allein durch die kreisliche Schulentwicklungsplanung gesichert werden. Zum Erhalt der Standorte wird es in Zukunft ganz entscheidend auf das Schulprogramm und die damit verbundene Qualität der Arbeit in unseren Schulen ankommen.

Vom Land ist zu fordern, die Größen der Eingangsklassen flexibel zu gestalten, um ein Ausbluten von Schule im ländlichen Raum zu verhindern.

Im Interesse unserer Kinder steht die Qualität der Schule besonders im Vordergrund. Durch ein intensives Zusammenwirken des Lehrerkollegiums mit Eltern, Schülern, Schulträger und weiteren gesellschaftlichen Gruppen wird jede Schule für sich ständig an der Qualität, Attraktivität und Wettbewerbsfähigkeit arbeiten müssen. Schulen sollten noch mehr Schulen außerhalb der Unterrichtszeiten für Aktivitäten sowohl für Kinder und Jugendliche als auch für Erwachsene genutzt werden.

Der Landkreis muss weiter Standort von Berufsschule bleiben. Bei zurückgehenden Berufsschülerzahlen ist eine eindeutige inhaltliche Ausrichtung der drei Standorte zu entwickeln. Inhaltliche Ausrichtung und qualitativ hochwertige Ausstattungen müssen die Berufsschulen auch für Schüler aus anderen Regionen attraktiv machen.

Lebenslanges Lernen

Bereits Kinder und Jugendliche müssen erkennen und begreifen, dass in der heutigen Wissensgesellschaft nur der Erfolg haben kann, der ständig sein Wissen und seine Fähigkeiten weiterentwickelt. Kreismusik‐ und Kreisvolkshochschule sowie auch die freien Bildungsträger haben eine bedeutende Stellung für die Jugend‐ und Erwachsenenbildung außerhalb des schulischen Bereichs. Alle drei Einrichtungen müssen in Zukunft ihr Angebot in der Fläche garantieren und bei Bedarf ausweiten können. Auch zukünftig ist Wert auf bezahlbare Gebühren zu legen.


Der ehemalige Landkreis Ludwigslust ist in meiner Amtszeit zum Impulsgeber für die Weiterentwicklung von Schule geworden.

 Der Landkreis ist Schulträger für Gymnasien, Förderschulen und Berufsschulen. Darüber hinaus ist er verantwortlich für die Schulentwicklungsplanung aller Schularten und die Schülerbeförderung. 

 Der Geburtenrückgang seit Beginn der 90er Jahre hat uns bei der Schulentwicklungsplanung vor erheblichen Herausforderungen gestellt. Eine Schulentwicklungsplanung mit Augenmaß hat dazu geführt, dass es ein flächendeckendes Netz im Landkreis gibt.

 Am Beispiel des Schulzentrums Dömitz wird deutlich, dass völlig neue Wege gegangen wurden, um die erforderliche Vielfalt der unterschiedlichen Schularten im Landkreis flächendeckend anzubieten. Das Schulzentrum Dömitz umfasst die Grundschule, die allgemeine Förderschule, die Regionalschule und das Gymnasium auf einem Campus und unter einer einheitlichen Leitung. Das große Engagement von Schulleitung und Kollegium, Schulkonferenz und Schulträger hat diese Schulform erst ermöglicht. Damit ist sichergestellt, dass der gymnasiale Bildungsgang am Standort Dömitz weitergeführt wird und das für Schüler mit individuellen Defiziten der Bildungsgang der Förderschule vor Ort angeboten wird, um lange Wege in die Kreisstadt zu vermeiden. 

Die Schulsozialarbeit wurde im ehemaligen Landkreis Ludigslust bereits 1992 im Rahmen eines Bundesprogramms eingeführt. In meiner Amtszeit ist die Schulsozialarbeit weiter ausgebaut und auf einem hohen Niveau stabilisiert worden.

Der ehemalige Landkreis Ludwigslust war der erste Landkreis im Land, der seine Schulen budgetiert hat. Im Rahmen unseres Modernisierungsprogramms "Verwaltung 21 online" wurden auch die Schulen in den produkorientierten Haushalt mit einbezogen. Die Schulleiter haben sehr schnell die Vorzüge dieser Flexibilität und Eigenverantwortung erkannt.

 Dem Neubau und der Sanierung unserer Schulen wurde in der Vergangenheit aller höchste Priorität beigemessen. Darüber hinaus sind Sporthallen in Dömitz und Ludwigslust neu gebaut worden bzw. der Bau von Gemeindesporthallen in Wittenburg, Stralendorf und Ludwigslust unterstützt worden. Das Gymnasium am Standort Hagenow konnte nach einer umfassenden Sanierung wieder den Schülerinnen und Schülern sowie den Lehrern zur Nutzung übergeben werden. Auch in Hagenow gibt es einen gemeinsamen Campus mit der Regionalschule der Stadt.