Mein Ziel: Der soziale Kreis, wirtschaftlich stark
1. Förderung der Familien
Familien gehören als Leistungsträger in das Zentrum des gesellschaft-lichenInteresses Für die große Mehrheit auch der Menschen bei uns im Landkreis ist die Familie der wichtigste Bereich im Leben. Das gilt auch für alleinerziehende Mütter und Väter. Kinder sind wertvoll – für unsere Zukunft bauen wir auf unsere Kinder, aber auch die Kinder müssen auf uns bauen können, dass wir ihnen einen wichtigen Platz in unserer Gesellschaft einräumen. Deshalb müssen wir unseren Landkreis noch familienfreundlicher und kinderfreundlicher gestalten.
Die wirtschaftlichen Lebensverhältnisse von Familien werden maßgeblich geprägt durch die Möglichkeit zur Teilhabe von Müttern und Väter am Arbeitsmarkt. Deshalb ist ein besonderes Augenmerk auf die Vereinbarkeit von Familie und Beruf zu legen.
Die bisher in unseren beiden Kreisen erzielten Erfolge in der Familienpolitik gilt es auszubauen. In den vergangenen Jahren lag der Schwerpunkt im Bereich der Verbesserungen der Qualität der Kindertagesbetreuung durch Qualifizierungs‐ und Beratungsangebote, die von unseren beiden Landkreisen im Zusammenwirken mit den kreisangehörigen Gemeinden sowie den Trägern der freien Wohlfahrtspflege gestaltet wurden.
Eine Grundvoraussetzung der Vereinbarkeit von Familie und Beruf ist die gesicherte Betreuung der Kinder. Sie muss einerseits sicherstellen, dass Kinder von anderen Kindern und in Gruppen soziale Kompetenzen lernen. Andererseits muss sie Bildung undfrühkindliche Förderung gewährleisten. Ziel muss es sein, Betreuungsangebote für Kinder und Jugendliche aller Altersgruppen besonders zu unterstützen, bei denen eine gute Qualität und zeitliche Flexibilität gewährleistet sind. Zur Vielfalt gehören für mich Kleinkindbetreuung, Kindergärten auch als Ganztagseinrichtungen, Horte und Ganztagsschulen sowie die Trägervielfalt.
In den kommenden Jahren werden weitere Schwerpunkte darin liegen, das flächendeckende Angebot der Kindertagesbetreuung aufrecht zu erhalten und insbesondere auf die Versorgung der unter Dreijährigen auszurichten. Die Kindertageseinrichtungen sind zu Familienzentren weiter zu entwickeln. Auf eine bedarfsgerechte Kindertagesbetreuung in Randzeiten ist hinzuwirken.
2. Jugendarbeit
Jugendarbeit ist gezieltes Fördern der Aktivitäten von Jugendlichen und das Fördern von Anstrengungsbereitschaft. Aktive Jugendarbeit ist die beste Präventionsarbeit um zu verhindern, dass Kinder und Jugendliche „auf die schiefe Bahn kommen“. In unserer Gesellschaft darf kein Jugendlicher zurückbleiben. Die Jugendlichen müssen in unsere Gesellschaft eingebunden werden und diese positiv erleben. Der Landkreis muss auch zukünftig seine aktive Rolle ausfüllen und dabei den Kreisjugendring als Interessenvertretung junger Menschen unterstützen und als Partner in allen wesentlichen Fragen, die junge Menschen betreffen, einbeziehen. Die Ausweitung der positiven Arbeit des Kreisjugendringes im bisherigen Landkreis Parchim auf das ganze Gebiet unseres neuen Landkreises werde ich nachhaltig aktiv unterstützen.
Bushaltestellen sind keine geeigneten Treffpunkte für unsere Jugendlichen. Viele Gemeinden haben unter erheblichen Anstrengungen Jugendclubs eingerichtet. Die personelle Betreuung der Jugendclubs abzusichern ist eine wichtige Aufgabe. Dies wird der Landkreis aktiv begleiten. Mein Ziel ist es, auch zukünftig die aktive Jugendarbeit in den vielen Vereinen (Sport, Kultur, Vereine/Verbände der freien Wohlfahrtspflege, Heimatpflege, Kreisjagdverband, etc.) und den Jugendfeuerwehren auch weiterhin unterstützen. Auch das Land muß für den Erhalt der Rahmenbedingungen für angemessene Angebote der außerschulischen Kinder- und Jugendbildung seinen Anteil leisten.
Internationale Jugendarbeit ist wichtig, Jugendliche können so Völkerverständigung direkt erleben. Unsere Jugend sollte weltoffen erzogen werden. Wenn wir Weltoffenheit vorleben, wird es umso leichter gelingen, ausländische Investoren für den Landkreis zu interessieren.
Völkerverständigung ist ein guter Weg, um vorbeugend gegen Ausländerhass und Rechtsextremismus tätig zu werden. In diesem Zusammenhang werde ich die Gedenkstättenarbeit und die Arbeit des Volksbundes für Kriegsgräberfürsorge weiter unterstützen. Hierzu gehört auch die Einbeziehung unserer Jugend in die Partnerschaftsbeziehungen mit unseren Partnerkreisen Gratiot County in Michigan (USA) und Chojnice in Polen. Die vielfältigen internationalen Beziehungen unserer Schulen sind ebenfalls ein wichtiger Baustein.
Unsere beiden Landkreise hat in der Vergangenheit die Arbeit des Kreissportbundes und der Sportvereine aktiv unterstützt. Dies muss auch in der Zukunft im Rahmen der finanziellen Möglichkeiten weiter fortgeführt werden. Engagierte Sportvereine sind ein Rückgrat für das Vereinsleben in unseren Kommunen.
3.. Gleichstellung von Frauen und Männern fördern
Gleiche Chancen von Frauen und Männern sind ein Leitbild für meine Arbeit. Auch wenn der jetzige Landkreis Ludwigslust im ersten bundesweiten Gender‐Index (Chancengleichheit von Frauen und Männer) den 4. Platz belegt, bleibt noch viel zu tun. Darum setze ich mich dafür ein, dass in vielen Lebensbereichen noch bestehende direkte und indirekte Benachteiligungen von Frauen abgebaut werden. Es gilt, Strukturen und Rahmenbedingungen zu schaffen, die Frauen und Männern die gleichberechtigte Teilhabe an allen gesellschaftlichen Bereichen undEntscheidungen ermöglicht. Dazu gehört gleicher Lohn für gleiche Arbeit! Aber auch die gezielte Förderung von Frauen ist dort notwendig, wo bisher nicht die ausreichende Zahl von Bewerberinnen zur Verfügung stand. So sind in der Kreisverwaltung Ludwigslust für die Besetzung des laufenden Qualifizierungskurses für Nachwuchsführungskräfte ganz gezielt Frauen geworben worden.
Der Landkreis hat jetzt eine Stimme in Berlin
Heidrun Dräger, Gleichstellungsbeauftragte des Landkreises Ludwigslust, wurde zur Bundessprecherin der Kommunalen Gleichstellungsbeauftragten gewählt
Die Arbeit der Gleichstellungsbeauftragten im Landkreis hat für einen sehr hohen Stellenwert. In einem Netzwerk zwischen Politik, Verwaltung und Wirtschaft gilt es, der Gleichstellung den notwendigen Nachdruck zu verleihen. Immer wieder aufkeimenden Diskussionen zur Abschaffung der hauptamtlichen Gleichstellungsbeauftragten in den Landkreisen bin ich immer entgegengetreten. Für mich ist es eine Selbstverständlichkeit, dass die Gleichstellungsbeauftragte des Landkreises bei den wöchentlichen Dienstberatungen der Führungsebene der Kreisverwaltung gleichberechtigt mit am Tisch sitzt.
4. Förderung von Menschen mit Behinderungen
Menschen mit Behinderungen bedürfen der besonderen Unterstützung der Gesellschaft. Ihnen ist soweit möglich ein selbstbestimmtes Leben und Arbeiten zu ermöglichen. Es sind die verschiedenen Wohnformen weiter auszubauen und die Werkstättenarbeit zu unterstützen. Sie benötigen ein barrierefreies Umfeld. Hierauf ist bei der Planung und der Wohnumfeldgestaltung besonders zu achten. Auch das Informationsangebot muss barrierefrei gestaltet werden.
5. Auch im Alter aktiv in der Gesellschaft
Unseren älteren Mitbürger haben wir viel zu verdanken. Unter schwierigen Bedingungen haben sie den Grundstein für unseren heutigen Wohlstand gelegt. Rat und Engagementunserer älteren Mitbürger sind für mich von besonderer Bedeutung. Soweit mein Terminkalender es irgendwie zulässt, überbringe ich die Glückwünsche ab dem 100. Geburtstag und zur Diamantenenhochzeit persönlich. Die hierbei geführten Gespräche sind mir sehr wichtig. Aber auch aus Respekt vor dem Alter und der Lebensleistung der Jubilare ist eine solche Ehrung angemessen. Dies auch im neuen Großkreis aufrecht zu erhalten ist natürlich schwer. Aber unter Einbeziehung der drei Beigeordneten und der Kreistagspräsidentin/des Kreistagspräsidenten sollte es möglich werden.
Als Interessenvertreter unserer älteren Mitbürgerinnen und Mitbürger nimmt der Kreisseniorenbeirat eine wichtige Aufgabe wahr. Der Kreisseniorenbeirat ist ein Bindeglied zwischen den älteren Mitbürgerinnen und Mitbürgern und den kreislichen Gremien. Zukünftig ist die Zusammenarbeit mit den örtlich gebildeten Seniorenbeiräten zu verstärken und eine intensivere Einbindung in die Arbeit der kreislichen Gremien zu gewährleisten. Die Begleitung des Seniorenbeirates durch die Verwaltung mit der Zuordnung einer konkreten Mitarbeiterin/eines konkreten Mitarbeiters, wie es auch derzeit im Landkreis Ludwigslust praktiziert wird, ist im neuen Großkreis noch wichtiger.
Ich rufe unsere älteren Mitbürgerinnen und Mitbürger auf, sich aktiv in die Gestaltung ihrer Wohnumwelt, ihres gesellschaftlichen Umfeldes einzubringen. Auch ältere Mitbürgerinnen und Mitbürger können sich sozial engagieren, Hilfe anbieten und ehrenamtlich tätig sein, mit Gleichgesinnten die Hobbies teilen.
Viele Menschen sind bestrebt, so lange wie möglich in ihrer vertrauten Umgebung zu leben, auch wenn sie ohne fremde Hilfe nicht mehr auskommen. Diesem Wunsch muss die Gesellschaft Rechnung tragen. Daher müssen neben den stationären Einrichtungen auch ambulante Betreuungsangebote dezentral weiter ausgebaut werden.
6. Soziale Beratungsdienste
In unseren Landkreisen existiert ein Netz von Beratungsdiensten für die Bürgerinnen und Bürger, z.B. Familienberatung, allgemeine Sozialberatung, Schuldnerberatung, Suchtberatung etc. Dieses Beratungsangebot muss gesichert werden. Aufgrund der finanziellen Rahmenbedingungen müssen Optimierungsmöglichkeiten genutzt werden. Im Interesse der Rat suchenden Bürger sehe ich in einer starken Vernetzung der Angebote den zielführenden Weg. Die verschiedenen Angebote müssen auch im neuen offensiv publiziert werden, im Portal des Landkreises und der Ämter und Städte, aber auch durch Prospekte, die in stark frequentierten Einrichtungen für die Bürgerinnen und Bürger ausgelegt werden. Es muss verhindert werden, dass durch Nichtwissen wichtige und notwendige Beratungen nicht in Anspruch genommen werden.
Mir ist es besonders wichtig, Eltern durch Informationsangebote zur Erziehung durch Elternberatung schon von Geburt des Kindes an durch Familienberatung unterstützen. Mit niedrigschwellige Beratungs‐ und Unterstützungsangebote sollen neben der Stärkung der Erziehungskompetenz der Eltern vor allem die Entwicklungspotentiale von Kindern aus benachteiligten bzw. bildungsfernen Elternhäusern gestärkt werden, um die Chancengleichheit beim Eintritt in die Schule sicherstellen zu können. Die bisher entwickelten Ansätze müssen im neuen Kreis entsprechend den finanziellen Möglichkeiten gesichert und ausgebaut werden.